4. Dezember

Namenstage : Adolf,Adolph,Barbara,Christian,Johannes und Osmond.

 

Glück auf, Glück auf ! Der Steiger kommt,

Glück auf, Glück auf ! Der Steiger kommt,
und er hat sein helles Licht bei der Nacht,
und er hat sein helles Licht bei der Nacht
schon angezündt, schon angezündt.

Hat’s angezündt, ´s wirft seinen Schein,
und damit so fahren wir bei der Nacht,
und damit so fahren wir bei der Nacht
ins Bergwerk ein, ins Bergwerk ein.

Ins Bergwerk ein, wo die Bergleut’ sein,
die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht,
die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht
aus Felsgestein, aus Felsgestein.

Der eine gräbt das Silber, der andere gräbt das Gold.
Und dem schwarzbraunen Mägdelein bei der Nacht,
und dem schwarzbraunen Mägdelein bei der Nacht
dem sein sie hold, dem sein sie hold.

Ade, Ade! Herzliebste mein!
Und da drunten in dem tiefen, finstren Schacht bei der Nacht,
und da drunten in dem tiefen, finstren Schacht bei der Nacht,
da denk ich dein, da denk ich dein.

Und kehr’ ich heim zur Liebsten mein,
dann erschallet des Bergmanns Gruß bei der Nacht:
dann erschallet des Bergmanns Gruß bei der Nacht:
Glück auf, Glück auf !!! Glück auf,  Glück auf !

Wir Bergleut’ sein, kreuzbrave Leut’,
denn wir tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht,
denn wir tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht
und saufen Schnaps, und saufen Schnaps!

Barbaratag

Vor vielen Hundert Jahren lebten in der Türkei, in der Nähe der heutigen Stadt Istanbul ein reicher Kaufmann.

Er hies Dioskuros und hatte eine wunderschöne Tochter, Barbara.

Er liebte sie mehr, als alles andere auf der Welt. Er behütete Sie liebevoll, war doch die Mutter Barbaras früh gestorben.

Auch Barbara liebte ihren Vater zärtlich.

Wenn Dioskuros verreisen musste, brachte er Barbara in einen Turm, damit sie nicht mit Menschen zusammenkam, die ihm nicht gefielen, oder die Barbara schaden konnten.

Nur eine Dienerin und ein Lehrer betreuten sie.

Als Dioskuros wieder einmal mit seinen Karawanen viele Wochen unterwegs war, lebte Barbara in ihrem Turm.

Doch es war alles anders als sonst.

Sie erfuhr zum ersten Mal etwas über Jesus.

Tag für Tag lauschte sie den Jesusgeschichten, und Tag für Tag wurde sie fröhlicher.

Ja, teilen mit anderen, das wollte Sie auch.

Sie hatte doch so viel von allem.

Freundlich und hilfsbereit zu den Menschen, die einsam und traurig waren.

Das konnte sie auch.

Sie hörte, dass Gott Jesus nicht im Tod gelassen hatte, „Das ist ein großer Gott“, dachte Barbara. „Er schenkt neues Leben nach dem Tod. – Da brauch ich gar keine Angst mehr vor dem Sterben zu haben.“

Barbara ließ sich taufen und wurde Christin. Sie konnte es kauf erwarten, bis ihr Vater zurückkam, um ihm alles zu erzählen.

Aber der Vater freute sich nicht.

Im Gegenteil. Sein Gesicht wurde ganz finster. Er wurde zornig. – Er war kein Christ. – Er hatte auf seiner Reise einen wohlhabenden Mann für Barbara ausgesucht. – Den sollte sie heiraten.

Aber der war auch kein Christ und wollte auch keine Christin heiraten.

Dioskuros wusste außerdem, dass der römische Kaiser die Christen hasste, sie verfolgte und töten ließ.

Er flehte Barbara an, nicht als Christin zu leben, sondern den jungen Mann zu heiraten.

In seinem Zorn schrie er sie an: „Ich selber werde dich sonst verraten, dass Du eine Christin bist.“

Aber Barbara ließ sich nicht einschüchtern. „Ich fürchte mich nicht zu sterben. – Gott schenkt mir ja ein neues Leben.“

Ganz große Liebe kann zu ganz großem Hass werden.

So geschah es auch mit Dioskuros.

Er ließ seine Tochter in ein dunkles Gefängnis einsperren.

Es war kalter Winter. – Auf dem Weg dorthin verfing sich ein Kirschenzweig, der vom Baum abgebrochen war, in Barbaras Kleid.

Barbara nahm ihn mit und stellte ihn in einen Becher. Sie teilte mit ihm das Wasser, dass man ihr im Gefängnis zu trinken gab.

An dem Tag, an dem Barbara zum Tode verurteilt wurde, geschah etwas Wunderbares. Der Kirschzweig begann zu blühen – mitten im Winter.

Als Barbara hinausgeführt wurde, schaute sie den blühenden Zweig an und sagte: „Es schien mir, als ob Du Tod warst – aber nun bist du aufgeblüht – zu neuem Leben.

So wird es auch mit mir geschehen. – Wenn ich sterbe, werde ich verwandelt zu einem neuen, blühenden Leben.“

Seit dieser Zeit schneiden die Menschen, mitten im Winter am 4. Dezember am Barbaratag, Kirschzweige vom Baum und stellen Sie in eine Vase. – Und zu Weihnachten, da beginnen Sie zu blühen.

So wollen die Menschen an Barbara erinnern. – Die ein so grosses Vertrauen zu Jesu hatte, auf dessen Geburtsfest wir im Advent warten.

St. Barbara

Geht Barbara im Klee, kommt das Christkind im Schnee.

Knospen an Sankt Barbara, sind zum Christfest Blüten da.

Der Kirschbaumzweig in seiner vollen Blüte als Sinnbild für
das Wachsen und Werden einer neuen Welt.

Der Brauch, am 4. Dezember einen Kirsch- oder anderen Blütenzweig einzustellen, der dann an Weihnachten blühen soll, geht auf die Legende der heiligen Barbara zurück. Der 4. Dezember wird demzufolge auch Barbara-Tag genannt.

Das Aufblühen an Weihnachten soll Glück anzeigen für das kommende Jahr.

In den geheizten Wohnungen von heute wird sicher fast jede Knospe zum Blühen kommen.

Doch Glück wünschen wir uns alle selber und auch unseren Liebsten. Was mit Geduld und Liebe wachsen und werden kann, wird uns bestimmt Glück und Zufriedenheit bringen.

Denn alles, was wir brauchen, ist tief in uns schon angelegt und wartet nur darauf, sich entfalten zu können. Wenn wir uns die Zeit nehmen, still zu werden und all das, was nach aussen drängt, wahr- und ernstzunehmen, werden wir es finden.

Das sagenhafte Märchen vom guten Kartoffelkönig

Eine Geschichte aus dem Frankenland

Eines Sonntags in der Früh ging die alte Frau Kübert in Karlburg in den Kartoffelkeller, um ein paar leckere Erdknollen für das Mittagessen zu holen. Sorgfältig wählte sie die schönsten und größten Exemplare aus - und bei den Küberts waren die Kartoffeln seit jeher besondes groß, was bei gehässigen Menschen zu allerlei Mutmaßungen führte. Als nun die Bäuerin gerade im Begriff war, den Keller wieder zu verlassen, da fiel ihr eine ungewöhnlich große Knolle auf, so groß, dass man aus ihr allein drei Kartoffelknödel hätte machen können. Im Handumdrehen kam diese deshalb auch in den Korb.

Kaum hatte sich die alte Frau auf den Rückweg zum Wohnhaus gemacht, ertönte aus dem Korb eine zornige Stimme :
"Ich will nicht aufgegessen werden, ich mag nicht aufgegessen werden, ich bin doch der große Kartoffelkönig", und schon sprang der König aus dem Korb, rollte über den Hof und durch den Garten, bis er schließlich den Blicken der verdutzten Bäuerin entschwunden war.
Nach längerem beschwerlichen Bergauf- und Bergab-Kullern, gelangte der Kartoffelkönig an einen großen Fluß, den Main, welchem er aus Bequemlichkeit stromabwärts folgte. So kam er nach einiger Zeit an eine große Brücke. Doch mit dieser Brücke musste es etwas Besonderes auf sich haben. Es wimmelte von Menschen, Kutschen und Pferden. Die Frauen trugen prächtige Kleider, und ihre Goldketten und Ringe glänzten in der Sonne, so dass der Kartoffelkönig ganz geblendet war. Neben diesen bunten Geschöpfen wirkten die Männer in ihren knapp sitzenden schwarzen Fracks eher wie unscheinbare, plumpe Pinguine.

"Was ist hier wohl los ?",
fragte sich der König, bis sein Blick auf einen riesigen Triumpfbogen fiel mit der Aufschrift:
"Verknüpft durch dieser Brücke Band reicht Spessart sich und Frankenland auf immerdar die Bruderhand"

Anmerkung: Es war der Tag der Einweihung der ersten Lohrer Mainbrücke am 26. September 1875).

Doch da der Kartoffelkönig ja nur das Kartoffelalphabet beherrschte, half ihm das auch nicht weiter. Neugierig rollte der Kartoffelkönig näher, als der Lohrer Bürgermeister Keßler zu einer Festansprache anhob. "Vielleicht verrät der Mann ja, worum es geht", dachte der König.

Doch als der Bürgermeister ansetzte mit : "Quidquid agis, prudenter agas et respice finem",

machte sich der Kartoffelkönig enttäuscht auf den Weg, denn Latein verstand er auch nicht.
Unbemerkt von allen Leuten, die sich an solch einem Tag viel zu wichtig nahmen, um auf eine herumkullernde Kartoffel zu achten, überquerte der König die neue Brücke und erwies ihr so die königliche Ehre.

Die Stadt auf der anderen Seite war die größte Ansammlung von Häusern, die der Kartoffelkönig auf seinem ganzen bisherigen Weg gesehen hatte und so begab er sich auf eine Erkundungsrundrolle. Als er am berüchtigten Lohrer Maulaffeneck ankam, stand plötzlich ein großes Schwein vor ihm und grunzte vor Freude: "So eine große Kartoffel kommt mir zwischen dem ersten und zweiten Frühstück gerade recht."

Es war Elfriede, das dickste Schwein des Bürgermeisters. Entrüstet und angewidert entgegnete der Kartoffelkönig: "Von einer so dicken Sau wie dir lass ich mich nicht fressen", und noch ehe es sich die beiden kleinen Schweinsäuglein versahen, war die Zwischenmahlzeit von dannen gerollt. Mit einem enttäuschten hochtönigen Grunzer räumte das Schwein ebenfalls das Feld und dachte an sauere Trauben.

Da ihm diese Stadt nach solch einer Erfahrung zu gefährlich erschien, schlug sich der Kartoffelkönig in den dichten Spessartwald. Aus Furcht, die Sau könnte ihn vielleicht verfolgen, rollte er so schnell seines Weges, dass er fast mit dem Igel Hubert zusammengestoßen wäre, der gerade von seinem sonntäglichen Keilerstammtisch nach Hause trottete.
Hubert war schlecht gelaunt. Es hatte Ärger mit den anderen Stammtischbrüdern gegeben, als diese gemerkt hatten, dass er gar kein Keiler, sondern ein Igel war und so raunzte er den Kartoffelkönig an:
"Kannst du nicht aufpassen, du dumme Kartoffel! Aber Moment mal, für meinen Mittagstisch kommst du gerade recht!"

Da aber unser Kartoffelkönig von Stammtischbrüdern im Gegensatz zu manchen heutigen Ministerpräsidenten nicht besonders viel hielt und ihm auch die Idee, in einem Igelmagen zu landen, nicht sonderlich gefiel, legte er noch einige Kartoffelaugen zu und raste davon. Der Igel tat, wie immer in solchen Fällen, so, als sei nichts geschehen und schlurfte murrend und grollend weiter Richtung Heimat.

Kaum glaubte sich der Kartoffelkönig außer Gefahr, da tauchte auch schon die nächste in Form des Hasen Franz auf. Franz war der Spitzensprinter in der Spessartliga und sein Denken kreiste stets um Sport und Fitness.
Als er die riesige Kartoffel erblickte, rechnete Franz daher sofort die darin enthaltenen Kohlehydrate und die damit verbundene prozentuale Leistungssteigerung in Kilojoule aus. Leider war er damit so beschäftigt, dass er gar nicht bemerkte, wie die Kartoffel einfach weiter rollte und ihn rechnend zurückließ.

Es dämmerte bereits, als der Kartoffelkönig eine Ortschaft namens Frammersbach erreichte. Vor einer armseligen Hütte am Dorfanfang spielten zwei Kinder. Als sie den Kartoffelkönig entdeckten, trugen sie ihn voller Freude und zur Überraschung des Kartoffelkönigs ins Haus.
Zuerst wollte der Kartoffelkönig wiederum die Flucht ergreifen, doch als die Mutter der Kinder ihn sorgfältig wusch und er sah, wie sehr sich alle über seine Anwesenheit freuten, da beschloss der König zu bleiben und sein Schicksal zu erfüllen. Diese Familie sollte heute nicht hungrig zu Bett gehen.

So kam er schließlich in einen Topf auf dem Herd und als das Wasser sich langsam erwärmte, schlief der Kartoffelkönig zufrieden ein und träumte von einem schönen Thron im Kartoffelhimmel.

Anmerkung: Durch die im Märchen erwähnte Mainbrücke wurde Lohr das "Tor zum Spessart" oder "das Spessarttor" (von Franken aus gesehen).
Die Brücke verband von nun an das reiche Frankenland mit dem armen Spessart.

Im Märchen symbolisiert bzw. vollzieht der Kartoffelkönig diese Verbindung.
(Spruchband auf dem Triumpfbogen am Eingang der Zufahrtstraße zur Brücke
am 26. September 1875: "Verknüpft durch dieser Brücke Band Reicht Spessart sich und Frankenland Auf immerdar die Bruderhand")

Legende von der Christrose

Vor langer Zeit, als noch der Norden im Bann des Heidentumes lag,
und schrittweise nur die neue Lehre durch fromme Priester Bahn sich brach,
da thront auf stolzem Edelsitze, umringt von seinem Hofgesind
éin mächt´ger Fürst, german´schen Stammes, mit Helga, seinem holden Kind.
Verhaßt war ihm der Christenglaube, schwertlosen Mann hielt er nicht wert.
Doch Helga, der die fromme Amme vom Christuskinde hat erzählt,
hat sich den stillen, sanften Jesus zum Herzenskönig auserwählt.
Mit Stürmen geht das Jahr zu Ende. Es türmet sich der Schnee zu Hauf
da sieht das Mädchen am Kamine zum finstern Vater fröhlich auf.
"Oh Vater, morgen ist Weihnachten," sie streicht das blonde Haar zurück
"Ja, morgen ist das Fest der Freude!" Ihr Stimmchen bebet schier vor Glück.
"Schweig´mir mit deinen Ammenmärchen, der weise Gott gefällt mir nicht,
der immer nur von Feindesliebe, von Frieden und Versöhnung spricht.
In meinem Gau gilt noch die Regel: Der starke Herr, der schwache Knecht.
Ein König ohne Schmuck und Waffen, von dem man nichts gewisses weiß,
der steht bei uns nicht hoch im Preis.
Wo ist sein Land? Wo seine Leute? Mit Dornen hat man ihn gekrönt.
Am Schandpfahl mußt´er schmählich enden." Klein Helgas Vater grimmig höhnt:
"Eh`ich dem Christengott mich beugte und unterm Kreuze sollte knie`n,
eh müßten hier vor meinem Auge die Rosen unterm Schnee erblüh`n."
Klein Helgas Augen stehn in Tränen, Ihr Herz zuckt bei dem schlimmen Wort.
Es zieht sie aus des Vaters Nähe zum dichtverschneiten Walde fort.
Dort, wo das Reh nur leise schreitet, kniet nieder sie in ihrer Not.
Sie faltet fromm die kleinen Hände und betet zu dem Christengott:

"Herr Jesus in der Herrlichkeit, dein Reich ist groß, dein Arm reicht weit.
Du hast mit deiner Wundermacht viel größeres dereinst vollbracht.
Erhöre eines Kindes Flehn, laß auch ein Wunder heut`geschehn,
daß Vater deine Allmacht schaut und an dich glaubt und dir vertraut.
Schaff Rosen, Herr, wie er begehrt, daß sich sein Fluch in Segen kehrt.
Ich weiß`, du kannst`s, ich glaube fest, daß du Herr, dein nicht spotten läßt."

Getröstet geht das Kind nach Hause. Bald bricht die Heilige Nacht herein.
In weißer Hülle liegt die Erde, vom Himmel flattert Sternenschein.
Da tritt ein Engel in die Kammer, in der das Mädchen friedlich schlief.
Er trug ein Pflänzchen in den Händen und grub es in die Erde tief.
"Du sollst ein Zeugnis sein des Höchsten, daß fromme Glaube Wunder schafft.
Blüh`denn zum Preis des Jesuskind um Weihnacht stets mit neuer Pracht."
Am Morgen, als der Graf erwachte, wollt`er den Augen nimmer traun,
denn unter Helgas Fenster waren die schönsten Rosen anzuschaun.
Da schmilzt sein Trotz wie Schnee im Frühling, Anbetend sinkt er in die Knie,
und Helga schlingt um ihn die Arme: "Christrosen, Vater!" , jubelt sie!